... am 24. April 2004
Thema: Geschaffen als Gottes Ebenbild (trotz Behinderung)
Referent: Dr. Johannes Fellinger
Schon einmal war Dr. Johannes Fellinger Gastredner bei Christ & Behinderung.
Als Sohn eines gehörlosen Künstlers war es schon sein frühes Anliegen, die Lebensqualität von Menschen mit dieser Beeinträchtigung zu verbessern.
Dr. Fellinger ist bekennender Christ, verheiratet und Vater von vier Kindern.
In seiner Funktion als ärztlicher Leiter des Gesundheitszentrums für Gehörlose in Linz, sowie als Leiter der Einrichtung "Lebenswelt Schenkenfelden" ist er weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
Für seine tägliche Auseinandersetzung mit Behinderung orientiert er sich an seinem großen Vorbild im Umgang mit Menschen: Jesus Christus.
Wir trafen uns am Samstag, 24.4.04, um 14 Uhr, wieder im Gasthof Seimayr in Linz zu unserem "kleinen Jubiläum", welches diesmal in einem fast vollen Saal statt fand.
Das Thema lautete:
"Geschaffen als Ebenbild Gottes (trotz Behinderung)"
Es war für uns ein großer Segen, als Referenten Dr. Johannes Fellinger gewonnen zu haben, der schon einmal im Rahmen einer unserer Veranstaltungen sprach.
Für die musikalische Umrahmung sorgten Sylvia Gruber aus Rechberg und Karin Schmid aus Steyrermühl.
Anstatt eines Zeugnisses wurde von einer Gruppe aus der Rhema-Gemeinschaft ein Puppet-Stück (Handpuppen) aufgeführt.
Der Titel des Puppet-Stückes war "der Froschkönig".
Es handelte von einem Frosch, der sich mit seinem Froschdasein absolut nicht abfinden konnte und wollte. Sein sehnlichster Wunsch war, ein Prinz zu werden. Wie er es auch anstellte, und was man ihm alles riet: Es gelang ihm einfach nicht. Bis ihm jemand den Rat gab, es doch mit Jesus zu versuchen, Ihm sein Leben zu geben.
Als er dies tat, änderte sich mit einem Mal seine ganze Einstellung. Sein Leben bekam plötzlich eine ganz andere Dimension und er sah die schönen Seiten seines Frosch-Daseins.
Der Vortrag von Dr. Fellinger, der auch in die Gebärdensprache übersetzt wurde, war nicht nur rhetorisch, sondern auch visuell sehr ansprechend.
Zunächst malte er mehrere Gottesbilder verschiedenster Epochen, und es stellte sich heraus, dass man sich Gott überwiegend als Idealmenschen vorstellte, der allen gesellschaftlichen Anforderungen entsprechen sollte, also keinen Makel an sich tragen durfte.
Die Frage stellte sich: Ist Gott wirklich so? Wie ist Er?
Weitere Bilder und Worte schlugen die Brücke zu Jesus Christus, von dem man sich ja auch erwartete und erhoffte, dass dieser alles vollkommen machen würde. Die Enttäuschung des Volkes war riesengroß, als Er sich plötzlich (erniedrigt und scheinbar schwach) ans Kreuz nageln ließ und sich selber nicht half. Was ist das für ein Gott, der wohl Menschen heilen und Brot und Fisch auf wundersame Weise vermehren konnte, aber sich selbst nicht rettete?
So gelang es Dr. Fellinger, die Anwesenden zu ermutigen und zu vermitteln, dass Gott sich am Kreuz gerade mit den Unvollkommenen, Schwachen und Kranken identifiziert. Er will ihnen nahe sein und liebt sie genauso wie die, welche (zumindest äußerlich) alles im Griff haben.
Dr. Fellinger erzählte ein Beispiel aus dem Leben seines Vaters, der im Alter von 16 Jahren aufgrund einer Gehirnhautentzündung taub wurde und sich zunächst nicht damit abfinden konnte. Erst als er sich zu Jesus bekehrte, Ihm sein Leben anvertraute, änderte sich auch seine Einstellung zu seinem Leben.
Er merkte, dass es nicht darauf ankam, gewissen Normen entsprechen zu müssen, sondern dass er in seiner Schwachheit von Gott bedingungslos geliebt ist.
So entstand an diesem Nachmittag ein etwas abgeänderter Titel:
"Geschaffen als Ebenbild Gottes (mit Behinderung)"
Für Christ und Behinderung
Karin Schmid